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Montag, 19. Juli 2010

Die letzten Worte

Nun, das ist der erste Artikel in meinem Blog.
Ich möchte an dieser Stelle drei Videos allen anderen Posts vorausschicken. Ich denke,
daß dieses Thema geeignet ist, sich mit der tatsächlichen Situation von Sterbenden, von Menschen
an der Grenze dessen was wir Leben nennen auseinanderzusetzen. Ich habe so viele gesehen, meine eigenen Eltern begleitet, habe in der Seelsorge und Beratung viele Menschen an dieser Grenze und während des Überschreitens erleben dürfen. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Sterben nichts - aber auch gar nichts erschreckendes hat, eher ist es tröstend zu wissen, daß wir gehen dürfen, es nach diesem HIER auch noch etwas anderes gibt. Ich habe im Sterben aller Menschen nur Freude, Erlösung und Hoffnung erlebt, auch in den Gesichtern von Hochdementen sah ich nur das leise Lächeln der Erlösung.

Wichtiger als der stete Versuch, die Tatsache des Sterbens verleugnen zu wollen und uns einer Illusion der Unsterblichkeit hinzugeben wäre es, unseren Sterbenden wieder einen würdigen Platz eine Ort eine Heimat zu geben. Teilnahme ist der Weg des Mitgehens, hilft letztlich unser eigenes Gehen zu verstehen und anzunehmen. Die aktuelle Rechtsprechung in Deutschland scheint langsam den Weg der Würde zu ebnen ( schlimm genug, daß es eines BGH - Urteils bedarf, damit wir den Willen unserer Angehörigen respektieren, das Ärzte den Willen des Menschen annehmen, das Pflegeeinrichtungen in ihre Grenzen gewiesen werden) aber dies reicht nicht aus, es ist nicht genug um die fortschreitende Entmenschlichung in unserer Gesellschaft aufzhalten. Wer Sterben nicht als Teil seiner ( gesellschaftlichen, ganzheitlichen) Existenz annimmt, der wird sein Leben verlieren ehe es je wirklich gelebt wurde.

Staatsysteme können hier nur Rahmenbedingungen vorgeben, wir als Gemeinschaft sind aufgerufen, also als Gemeinschaft humaner Wesen, uns zu entwickeln und von den tribunalen Systemen und Ordnungsdogtrinen zu befreien ( zu dem Thema unser System als Tribunal sozialer Träume später mehr), sonst verraten wir unsere Vergangenheit, unsere Kultur und die Zukunft, also unsere Eltern, unsere Kinder und die die aus Ihnen hervorgehen werden, wir müssen dann nicht mehr über Abtreibung diskutieren, wenn wir nicht an der Basis humaner Forderungen unser Leben ausrichten. Die derzeitige Diskussion ist müh- und armseelig, ein Jeder ist gehalten seine Selbstbestimmung auch entsprechend abzusichern, ein Jeder ist gehalten seinen Nächsten zu achten, den Ungeborenen, den Schwächsten, den Sterbenden, wir sind alle aufgerufen!






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